Trainingsmission der Europäischen Union in Mali

Immendinger Pioniere als Ausbilder in Afrika

 

Einen Einsatz der besonderen Art stellte der Chef der Panzerpionierkompanie 550 aus Immendingen, Major Lars Thiemann den Reservisten der Reservistenkameradschaft Immendingen 1963 e.V. an deren letzter Veranstaltung im Jahr ihres 50-jährigen Jubiläums im Landgasthof „ Kreuz" vor.

Thema seines Vortrages war die Trainingsmission der Europäischen Union in Mali (EUTM Mali) wo er und weitere Bundeswehrangehörige des Standortes Immendingen von April bis September 2013 eingesetzt waren. Der Vorsitzende der Kameradschaft, Oberfeldwebel der Reserve Udo Tietz, betonte in seiner Begrüßung die guten Verbindungen zu den Verbänden vor Ort und auch den Auftrag der Mittlerrolle den Reservisten wahrnehmen, umso mehr freute es ihn als es sich bei Mali um einen aktuellen Einsatz handelt welcher, in den Medien nicht so sehr im Vordergrund steht. Major Thiemann führte die Zuhörer zunächst in die Geschichte dieser ehemaligen französischen Kolonie ein, welche über mehr als 30 Jahre als Ein-Parteien-Staat regiert wurde, bevor ein Militärputsch 1991 die Machtverhältnisse erneut für lange Zeit veränderte. In dem Land mit 15 Millionen Einwohnern bekennen sich zwar fast 87 % der Bevölkerung zum Islam, doch die multi-ethnische Gesellschaft aus vielen Völkern und Stämmen, aus dem die Bambara als größte Gruppe fast 35 % stellen, wurde im Januar 2012 durch aufständische Tuareg herausgefordert, welche den wesentlich dünner besiedelten und wirtschaftlich eher unbedeutenden Norden des Landes abspalten und in einen islamistischen Staat verwandeln wollten. Das im März 2012 erneut putschende Militär vermochte dem nichts entgegenzusetzen, so dass erst nach einer Resolution der Vereinten Nationen (UN) im Dezember 2012 die ehemalige Kolonialmacht Frankreich mit der Operation Serval die Aufständischen zurückdrängen konnte. Daneben unterstützten Nachbarstaaten, welche in der Mehrheit der Westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft ECOWAS angehören, die malische Regierung wie auch die französischen Streitkräfte. Dieser AFISMA genannte Einsatz, welcher inzwischen in die UN-Friedensmission MINUSMA umgewandelt wurde, erhielt Unterstützung durch die Bundeswehr in Form von Lufttransport und Luftbetankungskapazitäten, die Luftwaffe ist hierfür im Senegal stationiert. Die EUTM Mali ist im Süden des Landes stationiert mit dem Hauptquartier in der Hauptstadt Bamako und dem, am Niger gelegenen Ausbildungslager Koulikoro. Hauptauftrag der Soldaten aus einem Dutzend europäischer Staaten ist die Ausbildung von Einheiten zu einem Verband. Hierfür stellen die einzelnen Nationen jeweils Spezialisten für bestimmte Fähigkeiten zur Verfügung.

Deutschland stellt dabei fast 550 Soldaten, welche die gesamte Sanitätsdienstliche Versorgung der Mission übernehmen, als Berater im malischen Verteidigungsministerium am Umbau der Streitkräfte mitwirken und in der Hauptsache als Ausbilder die Pionierausbildung durchführen. Auch wenn es sich bei den „Auszubildenden" teilweise um Soldaten handelt, welche schon einige Jahre Dienst in der Armee geleistet haben, wird zunächst eine Grundausbildung betrieben, welche die erworbenen Kenntnisse überprüft und darauf aufbauend Spezialkenntnisse vermittelt und die Gruppe als Einheit zusammenführt, dies alles geschieht in 10 Wochen. In der Pionierausbildung werden die Grundfertigkeiten vermittelt, aber auch der Umgang mit Minen trainiert. Mit eindrücklichen Bildern beschrieb Major Thiemann die nicht ganz einfachen Rahmenbedingungen, welche geprägt waren durch extreme klimatische Bedingungen von teilweise 53 ° C Hitze, Sandstürmen, einer heftigen Regenzeit und allerlei giftigen Tieren, lobte aber immer wieder den Einsatzwillen der malischen Soldaten sowie die gute Unterstützung und eine Infrastruktur die für den Beginn einer Mission schon auf einemguten Niveau lag. Am meisten freute ihn auch die herzliche Aufnahme der Soldaten durch die Bevölkerung die, obwohl es sich hier nicht um einen Kampfeinsatz handelt, die EU als Befreier sieht.

 

 

 

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